Wahlkreis Oberaargau

Sabrina Schlegel einstimmig nominiert

08.09.2026

Die SVP Oberaargau nominiert an ihrer Delegiertenversammlung die 41-jährige Agronomin und Betriebsleiterin Sabrina Schlegel als Kandidatin für die Nationalratswahlen im Herbst 2027. Die aus Oschwand stammende Vizepräsidentin der SVP Oberaargau möchte sich bei einer Wahl in den Nationalrat nicht nur für die Landwirtschaft einsetzen, sondern für den gesamten ländlichen Raum, wie sie gegenüber den Delegierten zu verstehen gab.

Sabrina Schlegel will es wissen: Die Agronomin/Betriebsleiterin aus Oschwand setzt auf die Karte Politik. Nach ihrer Wahl zur neuen Vizepräsidentin der SVP Oberaargau im Mai dieses Jahres, folgt der nächste Schritt: An der Delegiertenversammlung der SVP Oberaargau im Restaurant Kreuz in Bleienbach wurde sie von den Delegierten einstimmig als Kandidatin für die Nationalratswahlen im Herbst 2027 nominiert.

Ländlichen Raum stärken
Zusammen mit ihrem Mann führt sie in Oschwand einen Milchwirtschaftsbetrieb. Es ist deshalb nur logisch, dass sie sich bei einer Wahl in den Nationalrat in erster Linie für die Landwirtschaft engagieren würde. «Aber, nicht nur», wie sie gegenüber den Delegierten ausführte, «mir liegt generell der ländliche Raum, mit seinen Menschen und Betrieben, am Herzen und ich möchte mit meinem politischen Engagement mithelfen, sicherzustellen, dass alle, die hier wohnen, auch hier arbeiten können», betonte sie. Die Politik müsse deshalb dafür sorgen, dass sich die Betriebe entsprechend entwickeln könnten, fordert sie. Dabei hält sich nichts von Ideologien oder sturen Partei-Interessen. «Nein, ich würde mich dafür einsetzen, überparteiliche Lösungen zu finden, denn Politik bedeutet für mich: Anpassen, verbinden und gemeinsam vorwärtskommen», erwähnte sie.

Neben dieser Nomination standen die Parolenfassungen für die bevorstehenden kantonalen und eidgenössischen Volksabstimmungen im Zentrum der Versammlung. SVP-Nationalrat Hans Jörg Rüegsegger machte sich dabei für die «Neutralitätsinitiative» stark. Er sprach davon, dass die Schweizer Neutralität für Orientierung sorge, während Wirtschaftssanktionen, die von der Schweiz übernommen werden, unserem Land schaden würden. Der Landwirt aus Riggisberg plädierte für die Stärkung «der guten Dienste», mit denen die Schweiz punkten könne. Die Neutralität sei in unserem Land nicht einfach eingeführt worden, sondern im Verlaufe der Zeit gewachsen, aus Erfahrung, Vernunft und Freiheit. Seinem Aufruf folgten die Delegierten und beschlossen bei einer Gegenstimme die JA-Parole bei dieser Vorlage.

Stossrichtung stimmt, der Weg ist zu radikal
Dagegen sprachen sie sich ohne Gegenstimme gegen die «Ernährungsinitiative» aus. Das Anliegen der Initianten verfolge zwar die richtige Stossrichtung, aber den Weg, den man dafür einschlagen müsste, fand Referentin Sabrina Schlegel als zu radikal und nicht praktikabel. «Zum Erreichen des Zieles, den Selbstversorgungsgrad von heute 46 auf 70 Prozent zu steigern, müsste die Konsumfreiheit von uns allen massiv eingeschränkt werden, hielt die Agronomin fest. Dafür wären staatliche Vorgaben für Angebote und Produkte nötig, was Sabrina Schlegel klar ablehnt, wie auch die Oberaargauer SVP-Delegierten.

Kein Verständnis hatten die 39 anwesenden Delegierten und Gäste auch für die «Berner Bildungsinitiative», weshalb ebenfalls die NEIN-Parole gefasst wurde. Andreas Schüpbach, SVP-Grossrat und Präsident der SVP Oberaargau, fasste diese Vorlage kurz zusammen: «Starke Bildung JA – doch nicht mit dieser Initiative.» Die Forderung nach einer flächendeckenden und hohen Bildungsqualität könne er nachvollziehen, doch dieses Anliegen gehöre schlicht nicht in die Verfassung, bemerkte Schüpbach. Vielmehr sollte diese laufend den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. Der SVP-Grossrat wies vielmehr darauf hin, «dass gute Bildung durch engagierte Lehrpersonen, verantwortungsvolle Eltern, motivierte Schüler und eine Politik, die sorgfältig mit den vorhandenen finanziellen Mitteln umgeht, entsteht und nicht durch einen Verfassungsartikel». (textwerk/war)

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